Stiftung „Lebendige Stadt”

Seit dem Jahr 2000 engagiert sich die Stiftung „Lebendige Stadt” unter ihrem Kuratoriumsvorsitzenden Alexander Otto erfolgreich für die Zukunft unserer Städte. Die urbane Vielfalt aus Arbeit, Kultur und Wohnen gilt es zu erhalten und mit zu gestalten. Themenschwerpunkte bilden die Bereiche Licht, Grün und Gestaltung öffentlicher Räume.

Kinder im Grünen Kinder auf Trampolin

Jahresbericht der Stiftung „Lebendige Stadt“

Das Geschäftsjahr 2019 war geprägt durch die Auslobung und Verleihung des Stiftungspreises „Die digitalste Stadt“ sowie den Städtekongress „Die klimafreundliche Stadt“. Viele größere und kleinere Förderprojekte wurden auf den Weg gebracht.

 

 

A. Allgemeine Informationen zur Stiftung „Lebendige Stadt“

I. Gründung und Rechtsform

Die Stiftung „Lebendige Stadt“ wurde am 24.05.2000 von der ECE Projektmanagement G.m.b.H. & Co. KG gegründet. Mit Bescheid vom 26.10.2000 hat die Senatskanzlei der Freien und Hansestadt Hamburg die Stiftung als rechtsfähige gemeinnützige Stiftung des bürgerlichen Rechts mit Sitz in Hamburg anerkannt.

 

II. Zweck und Aufgaben der Stiftung

Der Stiftungszweck und die Aufgaben der Stiftung werden in der Satzung samt Änderungen geregelt. Danach verfolgt die Stiftung ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne des Abschnitts „Steuerbegünstigte Zwecke“ der Abgabenverordnung. Sie widmet sich den europäischen Städten als Zentren für Leben, Arbeiten, Wohnen, Kommunikation und Kultur. In diesem Rahmen ist der Zweck der Stiftung gerichtet auf die Förderung:

 

1. der Kultur sowie der Pflege der Erhaltung von Kulturwerten,

2. der Wissenschaft und Forschung,

3. des Sports,

4. des Umwelt-, Landschafts- und Denkmalschutzes,

5. des öffentlichen Gesundheitswesens und der öffentlichen Gesundheitspflege,

6. der Jugend- und Altenpflege.

 

III. Stiftungsvermögen

Das Grundstockvermögen der Stiftung zum 31.12.2019 besteht aus einem Kapital von 511.291,88 Euro. Daneben verfügt die Stiftung zu diesem Zeitpunkt über Rücklagen in Höhe von 100.000,00 Euro. Diese Rücklagen entfallen auf bereits beschlossene Zuwendungen, die im Laufe des Jahres 2020 an Zuwendungsempfänger ausgezahlt werden sollen. Die Stiftung kann ihre Erträge ganz oder teilweise einer Rücklage zuführen, soweit dies zur nachhaltigen Erfüllung ihrer satzungsmäßigen Zwecke erforderlich ist.

 

Das Stiftungsvermögen kann durch Zustiftungen (Beträge, Rechte und sonstige Gegenstände) des Stifters sowie Dritter erhöht werden. Zuwendungen sind nur dann als Zustiftungen anzusehen und dem Stiftungsvermögen zuzuordnen, wenn der Zuwendende dies bestimmt hat. Das Stiftungsvermögen ist grundsätzlich in seinem Bestand zu erhalten. Es darf nur veräußert oder belastet werden, wenn von dem Erlös gleichwertiges Vermögen erworben wird. Zur Erreichung des Stiftungszweckes dienen grundsätzlich nur die Zinsen und Erträge des Stiftungsvermögens sowie sonstige Zuwendungen, soweit sie nicht nach § 3 Absatz 2 der Satzung das Stiftungsvermögen erhöhen. Das Stiftungsvermögen ist zinstragend in solchen Werten anzulegen, die nach der mit der Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmannes vorzunehmenden Auswahl als sicher gelten.

 

IV. Stiftungsorganisation

1. Organe der Stiftung

Nach Paragraf 6, 7 und 8 der Satzung sind

 

- das Stiftungskuratorium

- der Stiftungsvorstand und

- der Stiftungsrat

 

Organe der Stiftung. Die Mitglieder der Organe bringen ihr umfassendes Know-how in die Stiftungsarbeit ein, was den Städten zu Gute kommt. Dabei hat sich die Stiftung an den „Runden Tischen“ zur Zeit der politischen Wende in der DDR orientiert, an denen eine große Zahl Vertreter unterschiedlichster gesellschaftlicher Bereiche vertreten war. Die Anregung dazu stammte vom Gründungsmitglied der Stiftung und damaligen Oberbürgermeister der Stadt Leipzig Wolfgang Tiefensee.

 

2. Stiftungskuratorium

Das Stiftungskuratorium besteht aus mindestens fünf und höchstens zehn Mitgliedern. Die Mitglieder und der Vorsitzende des Kuratoriums werden vom Stifter bestellt. Die Bestellung eines Kuratoriumsmitgliedes erfolgt grundsätzlich auf die Dauer von zwei Jahren. Die Wiederbestellung ist zulässig. Das Kuratorium überwacht die Tätigkeit des Vorstands und entscheidet über die Verwendung der Stiftungsmittel, die Entlastung des Vorstands, stellt den Jahresabschluss fest und genehmigt den jährlichen Wirtschaftsplan. Die Mitglieder des Kuratoriums sind verpflichtet, für die sachgemäße Verwirklichung des Stiftungszweckes einzutreten. Das Kuratorium tritt mindestens einmal in jedem Halbjahr zusammen. Veränderungen innerhalb des Kuratoriums werden der Aufsichtsbehörde unverzüglich angezeigt.

 

Die Mitglieder des Stiftungskuratoriums mit Stand 31.12.2019:

 

Alexander Otto, Geschäftsführungsvorsitzender ECE Projektmanagement G.m.b.H. & Co. KG (Vorsitzender)

Wolfgang Tiefensee, Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft Thüringen, Bundesminister a.D.

Torsten Albig, Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein a.D.

Prof. Dr. Willi Alda, Universität Stuttgart

Jan Bettink, Verwaltungsratsvorsitzender FMS Wertmanagement

Daniel Günther, Ministerpräsident Schleswig-Holstein

Alfons Hörmann, Präsident DOSB e.V.

Hildegard Müller, Vorstand Netz & Infrastruktur Innogy SE

Dr. Dieter Salomon, Oberbürgermeister Stadt Freiburg


3. Stiftungsvorstand

Der Stiftungsvorstand besteht aus bis zu neun Mitgliedern. Die Mitglieder und der Vorsitzende werden vom Stifter bestellt und abberufen. Die Bestellung erfolgt in der Regel auf die Dauer von zwei Jahren. Eine erneute Bestellung ist zulässig. Der Vorstand verwaltet die Stiftung und beschließt über ihre Angelegenheiten, soweit sich aus den Bestimmungen der Satzung nichts Anderes ergibt. Er hat die Mittel der Stiftung sparsam und wirtschaftlich zu verwenden. Die Beschlussfassung erfolgt mehrheitlich. Veränderungen beim Vorstand werden der Aufsichtsbehörde unverzüglich angezeigt.

 

Die Mitglieder des Stiftungsvorstands mit Stand 31.12.2019:

 

Dr. Andreas Mattner, Präsident ZIA Deutschland (Vorsitzender)

Michael Batz, Theatermacher und Szenograf

Friederike Beyer, Geschäftsführerin Beyer PR EVENT

Dr. h.c. Peter Harry Carstensen, Ministerpräsident a.D. des Landes Schleswig-Holstein

Robert Heinemann, Managing Director, ECE Projektmanagement G.m.b.H. & Co. KG

Wolfgang Kopitzsch, Bezirksamtsleiter a.D., Hamburg Nord; Polizeipräsident a.D., Freie und Hansestadt Hamburg

Dr. Eva Lohse, Oberbürgermeisterin a.D., Stadt Ludwigshafen; Präsidentin a.D., Deutscher Städtetag

Prof. h.c. Dr. h.c. Fritz Schramma, Oberbürgermeister a.D.,  Stadt Köln

 

4. Stiftungsrat

Dem Stiftungsrat sollen führende Persönlichkeiten aus Kommunen und Ländern sowie der Wirtschaft, Kultur und Forschung angehören. Der Stiftungsrat unterstützt und berät das Kuratorium und den Vorstand der Stiftung bei der Planung und ggf. auch Durchführung der Stiftungsarbeit, z.B. hinsichtlich:

 

- Vorschläge für Projektförderungen

- Fachtagungen, Symposien und sonstige Veranstaltungen zu kommunalen Themen

- Themenbeiträge für Stiftungspublikationen.

 

Die Mitglieder des Stiftungsrats werden durch Beschluss des Kuratoriums auf die Dauer von fünf Jahren berufen. Die Zahl der Mitglieder und die Aufgaben werden durch Kuratoriumsbeschluss festgelegt.

 

Die Mitglieder des Stiftungsrats mit Stand 31.12.2019

 

Dr. Hanspeter Georgi, Minister für Wirtschaft und Arbeit a.D., Saarland

Dr. Gregor Bonin, Stadtdirektor und Beigeordneter Stadt Mönchengladbach

Barbara Bosch, Oberbürgermeisterin a.D. Stadt Reutlingen

Dr. Volker Breid, Geschäftsführer, FAZ GmbH

Kirsten Bruhn, Leistungsschwimmerin, Paralympisches Gold 2004, 2008 und 2012

Rolf Buch, Vorstandsvorsitzender Vonovia SE

Olaf Cunitz, Leiter Bauland- und Projektentwicklung, DSK Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH & Co. KG

Garrelt Duin, Minister a.D.

Simone von Ehren, Baumschule Lorenz von Ehren

Kristina Frank, Kommunalreferentin Stadt München

Arved Fuchs, Polarforscher

Thomas Geisel, Oberbürgermeister Stadt Düsseldorf

Dr. Monika Griefahn, Direktorin Umwelt und gesellschaftliche Verantwortung, AIDA Cruises; Ministerin a.D.

Dr. Herlind Gundelach, Senatorin für Wissenschaft und Forschung a. D., Freie und Hansestadt Hamburg

Hendrik Hering, MdL, Präsident des Landtages Rheinland-Pfalz, Staatsminister a.D.

Joachim Herrmann, MdL, Staatsminister des Innern, Bau und Verkehr, Freistaat Bayern

Dr. Daniel Holz, Managing Director, SAP Deutschland SE & Co. KG

Dr. Eckart John von Freyend, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Hamborner Reit AG

Burkhard Jung, Oberbürgermeister Stadt Leipzig, Präsident Deutscher Städtetag

Prof. Dr. Harald Kächele, Bundesvorsitzender, Deutsche Umwelthilfe e.V.

Dr. Ulf Kämpfer, Oberbürgermeister Stadt Kiel

Matthias Kohlbecker, Kohlbecker - Architekten & Ingenieure

Prof. Dr. Rainer P. Lademann, Managing Partner Lademann & Associates GmbH

Markus Lewe, Oberbürgermeister Münster

Lutz Lienenkämper, MdL, Minister der Finanzen, NRW

Katrin Lompscher, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, Berlin

Prof. Dr.-Ing. Engelbert Lütke Daldrup, Vorsitzender der Geschäftsführung Flughafen Berlin-Brandenburg GmbH

Michael Mandel, Vorstandsmitglied Commerzbank AG

Dr. Frank Mentrup, Oberbürgermeister Stadt Karlsruhe

Dr. h.c. Ingrid Mössinger, Generaldirektorin Kunstsammlungen Chemnitz

Aygül Özkan , Geschäftsführerin Deutschen Bank Kredit Service GmbH, Ministerin a.D.

Marcel Philipp, Oberbürgermeister Stadt Aachen

Matthias Platzeck, Ministerpräsident a.D. Brandenburg

Henriette Reker, Oberbürgermeisterin Stadt Köln

Jürgen Roters, Oberbürgermeister Stadt Köln a.D.

Veronika Rücker, Vorstandsvorsitzende DOSB e.V.

Olaf Schabirosky, CEO Hermes Germany GmbH

Dr. Thomas Schäfer, MdL, Staatsminister für Finanzen, Hessen

Josef Schmid, MdL, Zweiter Bürgermeister Stadt München a.D.

Bärbel Schomberg, CEO und Gesellschafterin Schomberg & Co. Real Estate Consulting GmbH

Edwin Schwarz, Wirtschafts- und Planungsdezernent a.D. Frankfurt/Main

Prof. Dr. Burkhard Schwenker, Chairman of the Advisory Council, Roland Berger Strategy Consultants

Ullrich Sierau, Oberbürgermeister Stadt Dortmund

Nurhan Soykan, Generalsekretärin Zentralrat der Muslime in Deutschland

Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann, MdB, Stv. Bundesvorsitzende der FDP

Markus Ulbig, MdL, Staatsminister des Innern, Sachsen a.D.

Dr. Michael Vesper, Vorstandsvorsitzender DOSB e.V. a.D.

Prof. Jörn Walter, Oberbaudirektor, Freie und Hansestadt Hamburg a.D.

Dr. Joachim Wieland, CEO Aurelis Real Estate GmbH & Co. KG

Prof. Dr. Roland Wöller, Staatsminister des Innern, Sachsen

 

5. Tätigkeit der Mitglieder der Stiftungsorgane

Das Kuratorium und der Stiftungsrat üben ihre Tätigkeit ehrenamtlich und ohne Vergütung aus. Der Vorstand erhält für seine Tätigkeit eine Pauschalvergütung.

 

V. Rechnungslegung und steuerliche Anerkennung

Der Vorstand erstellt alljährlich bis zum Ablauf des dritten Monats seit dem Ende des Geschäftsjahres (Kalenderjahr) eine Vermögensbilanz sowie eine Einnahmen-/Ausgabenrechnung und legt diese dem Kuratorium zur Feststellung vor. Mit der Prüfung des Jahresabschlusses bestellt der Vorstand auf Beschluss des Kuratoriums einen unabhängigen Wirtschaftsprüfer. In regelmäßigen Abständen erfolgt ein Wechsel des Wirtschaftsprüfers.

 

Die Stiftung „Lebendige Stadt“ wurde mit Freistellungsbescheid des Finanzamts Hamburg Nord vom 20.09.2017 nach § 5 Abs. 1 Nr. 9 KSTG von der Körperschaftssteuer und nach § 3 Nr. 6 GewStG von der Gewerbesteuer befreit, weil sie ausschließlich und unmittelbar steuerbegünstigten gemeinnützigen Zwecken im Sinne der §§ 51 ff. AO dient. Die Stiftung ist daher berechtigt, für Spenden und Zuwendungen, die ihr zur Erfüllung des Stiftungszweckes zugewendet werden, Zuwendungsbestätigungen auszustellen.

 

B. Tätigkeit der Stiftung „Lebendige Stadt“ im Berichtszeitraum

I. Arbeit der Organe

1. Stiftungskuratorium

Das Stiftungskuratorium hat am 28.03.2019 in Dresden und 22.11.2019 in Hamburg seine beiden jährlichen Sitzungen abgehalten. Im Rahmen dieser Kuratoriumssitzungen wurden folgende Punkte behandelt bzw. beschlossen:

 

- Feststellung Jahresabschluss 2018

- Entlastung Stiftungsvorstand

- Beschluss Wirtschaftsplan 2019/2020

- Aufnahme neuer Stiftungsratsmitglieder

- Beschluss neuer Förderprojekte, Stiftungsveranstaltungen und Publikationen

 

2. Stiftungsvorstand:

Der Stiftungsvorstand hat am 19.03.2019 und 15.11.2019 in Hamburg seine jährlichen Sitzungen abgehalten. Zudem hielt der Vorstand vom 09.05. – 10.05.2019 eine Klausurtagung in Potsdam ab. Im Rahmen dieser Sitzungen und Tagungen wurden folgende Punkte behandelt bzw. beschlossen:

 

- Erarbeitung inhaltlicher Themenstellungen im Rahmen des Satzungszwecks

- Beratung über Förderprojekte, Stiftungsveranstaltungen und Publikationen

 

3. Stiftungsrat:

Der Stiftungsrat hat am 28.03.2019 in Essen seine jährliche Sitzung abgehalten. Im Rahmen dieser Sitzung wurden folgende Punkte behandelt:

 

- Austausch zur aktuellen Situation der Städte und Kommunen und daraus abgeleitet Impulse für die Stiftungsarbeit

- Beratung über Förderprojekte, Stiftungsveranstaltungen und Publikationen

 

II. Erfüllung des Stiftungszwecks durch finanzielle Zuwendungen

1. Stiftungszweck und Förderanträge

Der Stiftungszweck besteht in der Förderung der europäischen Städte als Zentren für Leben, Arbeiten, Wohnen, Kommunikation und Kultur. In diesem Zusammenhang ist der Zweck der Stiftung gerichtet auf die Förderung:

 

- der Kultur sowie Pflege der Erhaltung von Kulturwerten,

- der Wissenschaft und Forschung,

- des Sports,

- des Umwelt-, Landschafts- und Denkmalschutzes,

- des öffentlichen Gesundheitswesens und der öffentlichen Gesundheitspflege,

- der Jugend- und Altenpflege.

 

Die Stiftung hat im Berichtsjahr eine Vielzahl an Förderanfragen erreicht. Mittels eines standardisierten Antragformulars, das auf der Homepage als Download zur Verfügung steht, wurden die Förderprojekte eingereicht. Der Antrag umfasst im Wesentlichen folgende Inhalte:

 

- Genaue Bezeichnung und Anschrift des Antragstellers mit Ansprechpartner

- Projektbeschreibung

- Darstellung der Gesamtkosten, des Finanzierungsplans und der beantragten Fördersumme

 

2. Strategischer Ansatz der Stiftung

- Entwickeln kreativer und umsetzbarer Ideen und Konzepte zur Förderung der Städte im Sinne des Stiftungszweckes

- Unterstützung bei der Umsetzung innovativer Projekte, die nachhaltig und kostengünstig dem Stiftungszweck entsprechen

- Gewinnung von Partnern und Koordination o. g. Projekte

- Weitertragen von Best-practise-Beispielen durch Veranstaltungen und Veröffentlichungen und Förderung des aktiven gesellschaftlichen Austauschs

 

3. Bericht über die Erfüllung des Stiftungszweckes

Folgende Projekte wurden 2019 aus Stiftungsmitteln realisiert:

 

Förderprojekte

1. „Sicherheit am neuen Döppersberg“ in Wuppertal

Zur Förderung von Wissenschaft und Forschung unterstützt die Stiftung die Universität Wuppertal bei der wissenschaftlichen Begleitung des Sicherheitskonzepts für den „Neuen Döppersberg“ in Wuppertal. Die Ergebnisse können als Best-Practice Beispiel für andere Städte dienen.

 

Viele Bahnhöfe gelten als „Angstorte“, die durch ein subjektives Unsicherheitsempfinden geprägt sind. Auch der Wuppertaler Bahnhof hatte in der Vergangenheit einen schlechten Ruf. Mit dem Stadtentwicklungsprojekt „Neugestaltung des Döppersberg“ hat die Stadt Wuppertal ein attraktives Bahnhofsumfeld geschaffen. Die Neugestaltung kann aber nur funktionieren, wenn die Bürger sich auch in dem Umfeld subjektiv sicher fühlen. Um dies zu gewährleisten, wird im Rahmen einer Sicherheitspartnerschaft von zahlreichen Akteuren der Stadtgesellschaft ein Masterplan „Sicherheit am Neuen Döppersberg“ erarbeitet. Die Universität Wuppertal steuert als neutraler Partner den Entwicklungsprozess des Masterplans und überprüft die getroffenen Maßnahmen, die für ein größeres Sicherheitsempfinden sorgen sollen. Die Ergebnisse werden in einer Publikation veröffentlicht.

 

Die Stiftung fördert das Projekt mit 60.000,00 Euro und die Publikation mit 20.000,00 Euro. Eine Rücklage wurde gebildet.

 

2. „Sport bewegt Vielfalt“ - Kooperationsprojekt mit dem DOSB

Zur Förderung des Sports hat die Stiftung in Kooperation mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) das Projekt „Sport bewegt Vielfalt – Stadtentwicklung gemeinsam aktiv gestalten“ initiiert.

Das Ziel bestand darin, dass Sportvereine und Kommunen gemeinsam Sportangebote für Menschen unterschiedlicher Generationen, Kulturen, Religionen, Geschlechter und Fähigkei-ten anbieten, um mehr Teilhabe und darüber Diversität in öffentlichen Räumen zu schaffen. Durch die gemeinsame Zusammenarbeit von Stadt und Sportverein wurde die urbane Vielfalt und das gesellschaftliche Miteinander gefördert sowie das Sportangebot erhöht. Stuttgart und Rathenow (Brandenburg) haben die Fachjury mit ihrer Konzeptidee überzeugt und wur-den aus über 90 Bewerbungen ausgewählt. Wissenschaftlich begleitet und evaluiert wurde das Projekt von dem Institut für Soziologie und Genderforschung an der Deutschen Sport-hochschule in Köln.

Die Konzeptideen sowie der Umsetzungsprozess wurden in einer Publikation als Best-Practice-Beispiele für andere Städte dokumentiert. Die Stiftung hat die Publikation mit 19.230,93 Euro erstellt.

3. CityLeaks Festival in Köln

Zur Förderung der Kultur hat die Stiftung das City Leaks Urban Art Festival in Köln (Ehren-feld) gefördert. Lokale, nationale und internationale Künstler haben den öffentlichen Raum unter Einbindung der Anwohner gestaltet. Zusätzlich wurden vernachlässigte Orte im Stadt-teil Ehrenfeld durch temporäre Architektur und Installationen belebt. Das Festival wurde durch Ausstellungen, Touren, Gesprächsrunden, Workshops und Musik abgerundet.


Die Stiftung hat das Projekt mit 15.000,00 Euro gefördert.

4. City Science Summit der Hafen City Universität in Hamburg

Zur Förderung von Wissenschaft und Forschung hat die Stiftung die internationale Konferenz zur digitalen Standforschung, das „City Science Summit“, unterstützt. Die Konferenz fand zum ersten Mal in Deutschland statt und thematisierte die Digitalisierung von Städten und Regionen. Nachhaltige Lösungen für zukünftige Entwicklungen urbaner Räume wurden ent-wickelt, damit diese vielfältig, lebendig, wirtschaftlich attraktiv und lebenswert bleiben bzw. werden können.

Die Stiftung hat die Konferenz mit 5.000,00 Euro gefördert.

5. „Höhler Biennale“ in Gera

Zur Förderung der Kultur unterstützte die Stiftung das Projekt „Höhler Biennale“ in Gera. Die Biennale wird seit 2003 alle zwei Jahre veranstaltet. Das Höhlersystem der Stadt Gera ist eine kulturhistorische Besonderheit. Die Höhlen stammen aus dem 16. Jahrhundert und wurden früher als Bierlagerstätte genutzt. Zusammen bilden sie ein unterirdisches Raumge-füge mit einem Labyrinth an Gängen, Querverbindungen und Nischen. Im Rahmen der Biennale wird Künstlern aus Deutschland und Europa die Chance gegeben, das einzigartige Am-biente auf besondere Weise zu gestalten und zu interpretieren. Initiator der Biennale ist der Verein zur Erhaltung der Geraer Höhlen. Die „Höhler Biennale“ fand von Juni – Oktober 2019 zum Thema „ERD-Licht“ statt.

Die Stiftung hat die Veranstaltung mit 10.000,00 Euro gefördert. Die dafür gebildete Rückla-ge wurde im Jahr 2019 ausbezahlt.

6. „Tinybe Sculpture Village“ in Frankfurt am Main

Zur Förderung der Kultur und der Wissenschaft und Forschung unterstützt die Stiftung eine Ausstellung. In der Metropolregion Frankfurt-Rhein-Main findet im Sommer 2021 die Ausstellung mit bis zu zehn bewohnbaren Skulpturen statt. Weitere bewohnbare Skulpturen werden in Wiesbaden und Darmstadt ausgestellt. Diese werden von internationalen Künstlern gebaut und können zum Übernachten sowie als Denk- und Arbeitsort genutzt werden. Themen wie Stadtentwicklung, Nachhaltigkeit, zeitgenössische Architektur, Downsizing, sparsame Nutzung von Ressourcen, Mobilität und Weiterentwicklung des Skulpturenbegriffes sollen angesprochen werden.

Die Stiftung fördert das Projekt mit 10.000,00 Euro. Dafür besteht eine Rücklage.

7. Stellplatzschlüssel und Mobilitätskonzept im Wohnungsbau –
Studie der TU Hamburg

Zur Förderung von Wissenschaft und Forschung unterstützt die Stiftung eine Studie der TU Hamburg zur Anwendung der Stellplatzverordnungen und eine Untersuchung des Mobilitäts-verhaltens der Bürger in zwei beispielgebenden Kommunen. Hintergrund der Studie ist, dass in Bestandswohnquartieren akuter Parkraummangel herrscht und in neuen Wohnquartieren immer weniger Stellplätze im öffentlichen Raum geplant werden.

Da zwischen den Bundesländern die Anwendung der Stellplatzverordnung stark abweicht, sollen Kriterien für Kommunen entwickelt werden, die bisher noch nicht vorliegen. Ziel der Studie ist, Handlungsempfehlungen abzuleiten, die den Städten bei der Beurteilung helfen können, eine angemessene Anzahl an Stellplätzen zu definieren. Das soll auch unter Berücksichtigung des individuellen Mobilitätsverhaltens der Bewohner und alternativer Mobili-tätsangebote vor Ort erfolgen.

Die Stiftung fördert das Projekt mit 87.400,00 Euro. In 2018 wurde eine Rate von 50.000,00 Euro ausbezahlt. In 2019 wurde eine weitere Rate in Höhe von 30.000,00 Euro und 2.400,00 Euro für eine Datenerhebung ausbezahlt. Für 2020 besteht eine Rücklage in Höhe von 5.000,00 Euro.

8. „MACHER“-Projekt des Kolpinghauses in Salzbergen

Zur Förderung des sozialen Miteinanders unterstützt die Stiftung die Umsetzung einer Studie zum bürgerschaftlichen Engagement. Ziel der Studie ist, Zusammenhänge zwischen der positiven Entwicklung des Emslandes und dem bürgerschaftlichen Engagement zu untersu-chen. Dafür werden Faktoren identifiziert, die die Zukunftsfähigkeit des Emslandes unterstützen. Das Kolping-Bildungshaus-Salzbergen e.V. hat eine Projektstelle zur Weiterentwicklung der Studienergebnisse eingerichtet. Mit dem Projekt „MACHER“ sollen gewachsene Strukturen modernisiert und zukunftsfähig gemacht werden, um das Ehrenamt weiter zu stärken und neue Handlungsfelder zu orten und zu ermöglichen.

Die Stiftung fördert das Projekt mit 15.000,00 Euro. Im Jahr 2018 wurden 5.000,00 Euro und im Jahr 2019 weitere 5.000,00 Euro ausbezahlt. Eine Rücklage in Höhe von 5.000,00 Euro besteht für 2020.

9. Lichtmasterplan Lettekiez in Berlin

Zur Förderung der Kultur und zur Verbesserung der Identität der Bürger mit ihrem Lebensumfeld hat die die Stiftung ein Illuminationsprojekt initiiert. Für das Berliner Wohnquartier „Lettekiez“ im Bezirk Reinickendorf wurde ein maßgeschneiderter Lichtmasterplan erstellt. Er umfasst sowohl die funktionale Beleuchtung für die Gewährleistung der öffentlichen Sicher-heit und Ordnung als auch City-Beautification im Sinne künstlerischer Beleuchtung. Zusätzlich soll die bestehende funktionale Beleuchtung durch eine moderne, effizientere ausgetauscht werden, um Energie und Kosten zu sparen.

Die Stiftung hat die Erstellung des Lichtmasterplans mit 5.000,00 Euro gefördert.

Publikationen

10. Publikation „Stadtplätze“ der Bauhaus Universität Weimar

Zur Förderung von Wissenschaft und Forschung unterstützte die Stiftung eine Publikation zum Thema „Stadtplätze“ der Bauhaus Universität in Weimar. Durch den autogerechten Ausbau der Innenstädte in der Vergangenheit ist der öffentliche Raum in vielen Städten zerstört und vernachlässigt worden. Seit den 1990er Jahren findet ein Umdenken statt. Die neu entstehenden Plätze sind wieder Aufenthaltsorte für Sport, Freizeitaktivitäten aber auch temporäre Veranstaltungen. Auch das Thema Grün findet wieder mehr Beachtung und durch die Schaffung einer besonderen Beleuchtung werden die Plätze in den Abend- und Nachtstunden zu besonderen öffentlichen Aufenthaltsräumen.

Die Publikation identifiziert und analysiert 30 neue Stadtplätze in 15 europäischen Ländern, die als positive Beispiele exemplarisch für eine neue Bedeutung des öffentlichen Raums stehen.

Die Stiftung hat die Publikation mit 7.000,00 Euro gefördert.

 

11. Publikation „Inklusives Freiburg“

Zur Förderung und Verbesserung des sozialen Miteinanders von Bürgern hat die Stiftung die wissenschaftliche Begleitung und Evaluation eines Inklusionsprojektes in Freiburg i.B. unterstützt. Mit einem Aktionsplan wurden Inklusionsprojekte in ausgewählten Quartieren gemeinsam mit Akteuren vor Ort realisiert, die mit Aufgaben der Quartiersentwicklung befasst sind. Die Stadt Freiburg sieht die Notwendigkeit, Inklusion stadtteil- und quartiersbezogen stärker in den Blick zu nehmen und ämterübergreifend anzugehen.

Der bisher ausschließlich verwaltungsbezogene Ansatz wurde auf die Träger, Akteure und Einrichtungen vor Ort erweitert. Mit der Evaluation wurden Qualitätskriterien und Standards für die Quartiers- und Stadtteilentwicklung erarbeitet, die den Kriterien "integrativ und inklusiv" Rechnung tragen.

Die Stiftung hat die wissenschaftliche Begleitung und Evaluation des Projekts mit 20.000,00 Euro gefördert. In 2018 wurden 10.000,00 Euro und in 2019 wurde die Rücklage in Höhe von 10.000,00 Euro ausbezahlt.

12. Stiftungsjournal und Homepage
Um über die Arbeit der Stiftung zu berichten und „Best-Practice-Beispiele“ einem großen Kreis von Entscheidungsträgern bekannt zu machen, hat die Stiftung 2019 weitere Publikationen herausgebracht. In 2019 erschienen die Ausgaben Nr. 38 und 39 des Stiftungsjournals jeweils in einer Auflage von 20.000 Exemplaren. Insgesamt wurden Mittel in Höhe von 124.615,90 Euro aufgewendet.

In 2019 wurde die Stiftungsbroschüre aktualisiert, die über die Arbeit und Projekte der Stiftung informiert. Die Druckkosten betrugen 230,56 Euro.

Für die Pflege der Homepage wurden 29.113,53 Euro aufgewendet.


Know-How Austausch

 

13. Symposium: „Run auf die Städte“

Zur Förderung des Know-how-Austausches zwischen Städten und Kommunen hat die Stif-tung am 20. September 2019 ihr neunzehntes Symposium veranstaltet. Der Kongress fand zum Thema „Run auf die Städte“ in der Vonovia-Unternehmenszentrale in Bochum statt. Insgesamt nahmen rund 500 kommunale Entscheidungsträger teil. Eine abschließende Do-kumentation und ein Mitschnitt wurden auf der Stiftungshomepage zur Verfügung gestellt. Zu den Referenten zählten u.a.:

Sören Bartol, MdB, Stellvertretender Vorsitzender SPD-Bundestagsfraktion für Bau, Wohnen, Stadtentwicklung und Kommunen, Digitale Agenda, Verkehr und digitale Infrastruktur.

Hans-Jürgen Best, Stadtdirektor Essen

Max Bögl, Mitglied des Aufsichtsrats Firmengruppe Max Bögl

Rolf Buch, Vorsitzender des Vorstands Vonovia SE

Thomas Eiskirch, Oberbürgermeister Stadt Bochum

Barbara Ettinger-Brinckmann, Präsidentin Bundesarchitektenkammer

Prof. Dr. Martin Franz, Professor an der Universität Osnabrück, Geographie NABU-Bundesfachausschuss Bauen&Siedlung

Dr. Jan Heinisch, Staatssekretär im Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen

Klaus-Peter Hesse, Geschäftsführer ZIA

Frank Junker, Vorsitzender der Geschäftsführung, ABG Holding

Markus Lewe, Oberbürgermeister Stadt Münster

Jan-Marco Luczak, MdB, Vorsitzender CDU-Landesgruppe Berlin

Arne Olsson, CEO, Folkhem Produktion AB

Andreas Rieger, Geschäftsführer Goldbeck West GmbH

Franz-Georg Rips, Präsident Deutscher Mieterbund e.V.

Elke Christina Röder, Oberbürgermeisterin Stadt Norderstedt

Ullrich Sierau, Oberbürgermeister Stadt Dortmund

Carolin Wandzik, Mitglied der Geschäftsführung GEWOS GmbH

Dr. Joachim Wieland, CEO Aurelis Real Estate

Lars Wittan, Mitglied des Vorstands, Deutsche Wohnen SE

Für die Organisation und Durchführung des Symposiums hat die Stiftung insgesamt 100.722,01 Euro aufgewendet.

 

14. Stiftungspreis

Zur Förderung des Know-how-Austausches zwischen Städten und Kommunen hat die Stif-tung den Stiftungspreis 2019 dem Thema „Das beste kommunale Schwimmbad“ gewidmet. 270 Städte aus dem In- und Ausland haben sich beworben. Eine Expertenjury zeichnete die Gewinner aus. Die Verleihung fand am 19.09.2019 im Bochumer Ruhrstadion statt.

Gewinner

• Deggendorf

 

 Anerkennungen

• Erding

• Nienburg/Weser

• Schorndorf

 

Für die Verleihung des Stiftungspreises wurden 92.192,74 Euro aufgewendet. Darin enthalten ist das Preisgeld von 15.000,00 Euro für den Gewinner sowie 1.000,00 Euro für jede Anerkennung. Die Preisgelder wurden abgerufen und in 2019 ausbezahlt.

Darüber hinaus wurden die Gewinnerprojekte bei der Verleihungsfeier in Filmbeiträgen präsentiert, um ein anschauliches Bild von ihnen zu vermitteln. Die Kosten für die Produktion der Filme in Höhe von 13.441,06 Euro wurden in 2019 bezahlt.

Für den Stiftungspreis 2018 wurden Rückstellungen für Preisgelder in Höhe von 8.500,00 Euro gebildet. Diese wurde in 2019 ausbezahlt.

15. „Runder Tisch“ zum Thema „Digitalisierung der Städte“

Zur Förderung des Know-how-Austausches und zum Generieren von Impulsen für die Stif-tungsarbeit veranstaltete die Stiftung am 29. März 2019 in Essen ihren fünften „Runden Tisch“. Thema war die „Digitalisierung der Städte“. Die Stiftung lud dazu Experten nach Essen ein, die gemeinsam mit den Gremienmitgliedern die Thematik erörterten.

Für die Organisation und Durchführung sowie eine Forsa-Umfrage hat die Stiftung 2019 insgesamt 29.481,45 Euro aufgewendet. Für die begleitende Dokumentation und Publikation der Ergebnisse fielen 12.745,63 Euro an.

III. Jahresrechnung