Der Preis der Stiftung

Die Stiftung prämiert Projekte die in besonderer Weise „Best-Practice-Charakter” haben und sich zur Nachahmung empfehlen. Dazu ruft die Stiftung im Wettbewerb Städte, Gemeinden, Institutionen, Universitäten, Vereine und Private auf, sich zu bewerben. Der Preis ist mit 15.000,- Euro dotiert und wird feierlich an repräsentativen Orten verliehen.

Stiftungspreis-2018-1 Stiftungspreis-2018-2

Stiftungspreis 2018

Die Stiftung „Lebendige Stadt“ ruft Städte und Kommunen auf, sich für ihren Stiftungspreis „Die digitalste Stadt“ zu bewerben.

Die von Unternehmer und Mäzen Alexander Otto gegründete Stiftung „Lebendige Stadt“ hat Dortmund und Wien als „digitalste Städte“ ausgezeichnet. Preiswürdig waren Städte mit einer langfristig ausgerichteten Digitalisierungsstrategie, die bereits Projekte im Rahmen dieser Strategie realisiert haben. Gesucht wurden Projekte, die Vorbild- und Nachahmungscharakter für andere Städte und Kommunen haben. Dortmund und Wien teilen sich das Preisgeld von 15.000 Euro. Anerkennungen gingen an Coburg und Heidelberg. Insgesamt hatten sich 29 Städte und Kommunen aus vier europäischen Ländern beworben.

 

„Die Digitalisierung ist eine der zentralen gesellschaftlichen Herausforderungen, die leider noch nicht so angenommen wird, wie es nötig wäre. Unsere Ausschreibung hat aber gezeigt, dass sich viele Städte und Kommunen auf den Weg gemacht haben und neben einer Digitalisierungsstrategie bereits konkrete Projekte vorweisen können. Von unseren Preisträgern können andere Städte lernen. Ich halte es für ganz wichtig, dass sich Bund, Länder, Kommunen, Wirtschaft und Gesellschaft noch enger zusammenschließen und gemeinsam die Chancen der Digitalisierung nutzen“, so Alexander Otto, Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung „Lebendige Stadt“.

 

Die Preisverleihung fand am Mittwochabend (19.09.2018) mit rund 350 Gästen im Potsdamer Orangerieschloss statt. Zu den Laudatoren zählten Torsten Albig (Ministerpräsident Schleswig-Holstein a.D.), Dr. Hanspeter Georgi (Minister Saarland a.D.), Dr. Eva Lohse (Präsidentin Deutscher Städtetag a.D.) und Kathrin Schneider (Landesministerin Brandenburg).

Sieger des Stiftungspreises: Dortmund

(Preisgeld: 7.500 Euro)

 

Die Stadt Dortmund verfolgt mit ihrer Digitalisierungsstrategie das übergeordnete Ziel, mittels intelligenter und digitaler Technologie den Stadtumbau und die Modernisierung ihrer kommunalen Infrastruktur zu intensivieren. Das Dortmunder Modell ist geprägt von Beteiligung und Zusammenarbeit. So werden die Bürgerinnen und Bürger stetig in den digitalen Transformationsprozess eingebunden, um dafür Akzeptanz zu gewinnen. Zudem wurde 2016 die „Allianz Smart City Dortmund“ als Netzwerk von Stadt, IHK und rd. 130 Unternehmen gegründet. Auf diese Weise wurden zahlreiche digitale Pilotprojekte initiiert. Dazu zählt die Ausstattung von 5.000 innerstädtischen Parkplätzen mit Sensoren, um unnötige Suchverkehre zu vermeiden (Park&Joy). Gleichzeitig ist das die Datengrundlage für eine Navigations-App. Zudem wird privater Parkraum mit einer Sensorik und Ladeinfrastruktur ausgestattet und auf einer Online-Plattform verfügbar gemacht („Parken und Laden in der Stadt“). Refinanziert wird das Projekt durch die Vermarktung über eine Sharing-Plattform. Knapper Parkraum wir so effizient genutzt und durch die Digitalisierung von Infrastruktur entstehen private Investitionsanreize. Und auch im sozialen Bereich setzt die Stadt auf Digitalisierung: So ermöglichen sensorengestützte Lösungen älteren und pflegebedürftige Menschen einen möglichst selbstständigen Verbleib in ihrem Zuhause („Smart Service Power“) und digitale Technik fördert das nachbarschaftliche Miteinander (Plattform „nebenan.de“). Digitalisierung wird als Querschnittsaufgabe der Verwaltung verstanden und nahezu alle Bereiche sind in die Erarbeitung und Umsetzung der Digitalisierungsstrategie eingebunden.

 

Sieger des Stiftungspreises: Wien

(Preisgeld: 7.500 Euro)

 

Die Stadt Wien verfolgt mit der „Digitalen Agenda Wien“ eine ganzheitliche Digitalisierungsstrategie. Sie ist das Ergebnis eines offenen Planungsprozesses, an dem die Bürgerinnen und Bürger umfassend beteiligt waren. Allein in der ersten Phase gingen 172 Ideen mit über 600 Kommentaren und über 5.000 Likes und Dislikes ein. Fünf Handlungsfelder wurden definiert: Informationssicherheit, E-Government-Services, Bildung und Forschung, Wirtschaftsstandort sowie digitale Infrastruktur. Für jedes Handlungsfeld wurden Leuchtturmprojekte festgelegt, die innerhalb der nächsten fünf Jahre realisiert werden sollen. So kann man mit der „Sag`s Wien-App“ jederzeit von unterwegs Anliegen, Gefahren oder Störungen per Smartphone an die Stadtverwaltung melden. An der Entwicklung waren Bürgerinnen und Bürger der Stadt beteiligt. Die Live-App „Wien.at“ ermöglicht einen direkten Zugang zu digitalen Angeboten der Stadt. Zudem erhalten die Nutzer in Echtzeit Meldungen zum Zivilschutz, über Verkehrsstörungen oder das Wetter direkt auf ihr Smartphone. Und der „Wien Bot“ ist ein virtueller Beamter, der schnell gewünschte Informationen liefert. Er weiß auf hunderte von Fragen schnell Antwort – ob zu Bezirksämtern, Parken, Schwimmbädern oder Veranstaltungen. Gespeist wird der Wien Bot mit den meist genutzten Inhalten des Portals „Wien.at“, wobei er ständig dazulernt.

 

Anerkennung: Coburg

(Preisgeld: 1.000 Euro)

 

Coburg zählt zu den ersten deutschen Städten, die einen Digitalisierungsbeauftragten eingesetzt haben. Die Digitalisierungsbeauftragte ist mit ihrem Team eine entscheidende Vermittlerin zwischen Verwaltung, Politik, Wirtschaft und Bürgerschaft. Besonders überzeugt hat die Jury die Digitalisierungsstrategie mit dem Namen „Coburger Weg“. Digitalisierungsprojekte werden gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern auf Augenhöhe umgesetzt. Dazu zählen beispielsweise die „Coburger Börsen“ und das Mehrgenerationen-Projekt „Digitales Stadtgedächtnis“. Beide Projekte zeigen, wie bestehendes gesellschaftliches Engagement erfolgreich in die digitale Welt übertragen werden kann. Auch der Breitbandausbau wird in Coburg aktiv vorangetrieben. Ein herausstechendes Projekt ist zudem die „digitale Einkaufsstadt“. Gemeinsam mit lokalen Einzelhändlern hat die Stadt die Online-Plattform „Go Coburg“ entwickelt, die Synergien zwischen stationärem- und Online-Handel schafft.

 

Anerkennung: Heidelberg

(Preisgeld: 1.000 Euro)

 

Heidelberg zeichnet eine gut durchdachte Digitalisierungsstrategie aus, die praxisnah unter Beteiligung einer Vielzahl von gesellschaftlichen Akteuren aus Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung erarbeitet wurde. Bürgerinnen und Bürger waren zudem über eine Dialogreihe aktiv eingebunden. Wichtige digitale Projekte der Digitalisierungsstrategie sind bereits angeschoben worden: So verfügt Heidelberg über eines der größten öffentlichen WLAN-Netze Deutschlands und der Breitbandausbau wird von der Stadt aktiv vorangetrieben und mit finanziert. Die „Heidelberg-App“ liefert den Usern schnell alle relevanten Informationen über die Stadt. Und über das Bürgerportal „Hol-Den-Bürgermeister“ haben Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, mit eigenen Projektideen persönlich ihren Oberbürgermeister zu treffen und von einer Realisierung zu überzeugen.

 

Die Preisjury

Kaspar Kraemer

Kaspar Kraemer Architekten

Mirko Bass

Business Development Manager, Cisco Systems

Michaela Bonan

Leiterin Allianz Smart City, Stadt Dortmund

Michael Dreier

Bürgermeister, Stadt Paderborn

Jan Hendrik Goldbeck

Geschäftsführer Goldbeck

Alexander Handschuh

Sprecher des Deutschen Städte- und Gemeindebundes

Dr. Heike Kaster-Meurer

Oberbürgermeisterin, Bad Kreuznach

Dr. Bernd Libbe

Leiter Forschungsbereich Infrastruktur, Wirtschaft und Finanzen, Deutsches Institut für Urbanistik

Reinhard Müller

Vorstand EUREF AG

Raoul Schmidt-Lamontain

Bürgermeister Dresden, Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bau, Verkehr und Liegenschaften

Christian Schulz-Wulkow

Geschäftsführer Ernst & Young Real Estate

Prof. Dr. Claus C. Wiegandt

Geographisches Institut, Universität Bonn