Projektförderung

Nach Auswertung ihrer bisherigen Aktivitäten konzentriert sich die Stiftung zugunsten einer besseren Fokussierung der Förderfelder und der Förderaktivitäten auf Maßnahmen und Aktivitäten in öffentlichen städtischen Räumen, die den einzelnen Leitthemen der Stiftung – Licht, Grün, gebauter Raum und inklusive Quartiersentwicklung – oder gleichzeitig mehreren dieser Themen zugeordnet werden können.

 

Antrag auf Projektförderung

Innenstädtische Wohnstrasse mit Autos-1 Innenstädtische Wohnstrasse mit Autos-2

Stellplatzschlüssel und Mobilitätskonzept

In den innerstädtischen Lagen von wachsenden Großstädten herrscht ein Mangel an bezahlbarem Wohnraum.

Studie „Stellplatzschlüssel und Mobilitätskonzept im Wohnungsbau“

 

In den innerstädtischen Lagen von wachsenden Großstädten herrscht ein Mangel an bezahlbarem Wohnraum. Für Vorhaben des Wohnungsneubaus schreiben die Stellplatzverordnungen von Ländern und Kommunen in der Regel eine Mindestanzahl für zu errichtende Bewohner-Stellplätze (den sog. Stellplatzschlüssel) auf privaten Grundstücken vor. Die geltenden Schlüsselzahlen sind häufig lange Zeit unverändert und üblicherweise räumlich nicht differenziert.

 

Die hohe Zahl an Pkw in den innerstädtischen Bereichen großer Städte führt häufig zu einem regen Parksuchverkehr in ohnehin beengten Straßenräumen und damit zu einer zusätzlichen Belastung der Anwohner mit Lärm und Luftschadstoffen. Der ruhende Verkehr (parkende Kfz) beansprucht zudem große Flächen, was dadurch verstärkt wird, dass viele Pkw selten bewegt werden und im Durchschnitt mehr als 23 Stunden pro Tag auf einem Parkplatz stehen. Der Flächenbedarf steht in starker Konkurrenz zu anderen möglichen Nutzungen wie Grün-, Verweil- und Spielflächen. Daraus ergibt sich die Befürchtung, dass eine Reduzierung von Stellplätzen auf privaten Grundstücksflächen den öffentlichen Raum zusätzlich belasten könnte. Auf der anderen Seite könnte die Bereitstellung eines verträglichen Parkraumangebots es ermöglichen, Flächen umzuverteilen und attraktive öffentliche Räume mit hohen Aufenthaltsqualitäten zu gestalten.

 

Zur Frage nach einem je nach Situation angemessenen Parkraumkonzept und den möglichen Konsequenzen gibt es bisher kaum wissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse. Es gilt, Stellplatzsatzungen mit unserem Mobilitätsverhalten und unseren Bedürfnissen nach einer lebenswerten Stadt und Umwelt in Einklang zu bringen und dabei Mobilität im gleichen Maße auch in Zukunft sicherzustellen. Um detaillierte und empirisch begründete Empfehlungen zum Stellplatzbedarf auszusprechen, sind sowohl Ausmaß und Beweggründe des privaten Pkw-Besitzes zu untersuchen als auch Alternativen dazu anzubieten und Erkenntnisse über deren Potenzial und Akzeptanz zu gewinnen. Mobilitätskonzepte wie Carsharing, Fahrradleihsysteme, Mobilitätskarten und Informationspakete für Neubürger sind mögliche Bausteine einer intelligenteren und verträglicheren Mobilität, die zielgerichtet ausgebaut werden sollte.

 

Im Rahmen einer durch die Stiftung „Lebendige Stadt“ geförderten Studie der TU Hamburg sollen Erkenntnisse zu den folgenden Fragestellungen gewonnen werden:

 

  1. Welche differenzierten Stellplatzschlüssel sind in den verschiedenen Wohngebietstypen von Großstädten angemessen und verträglich realisierbar?

  2. Wie können verschiedene Bausteine des Mobilitätsmanagements (Mobilitätskonzepte) eine solche Anpassung der Parkraumkonzepte begleiten und unterstützen?

  3. Wie ausgeprägt ist die Bereitschaft zur Autoabschaffung und zur Nutzung alternativer Mobilitätskonzepte unter den Bewohnern und wie kann diese gefördert werden?

 

Durch die Beantwortung dieser Fragen werden als Ergebnis konkrete Handlungsempfehlungen für Kommunen entwickelt. Als Untersuchungsräume wurden die Städte Osnabrück und Hamburg ausgewählt. Die Studie hat eine Laufzeit bis Ende 2020, erste Zwischenergebnisse soll es im Jahr 2019 geben.