Der Preis der Stiftung
Die Stiftung prämiert Projekte die in besonderer Weise „Best-Practice-Charakter” haben und sich zur Nachahmung empfehlen. Dazu ruft die Stiftung im Wettbewerb Städte, Gemeinden, Institutionen, Universitäten, Vereine und Private auf, sich zu bewerben. Der Preis ist mit 15.000,- Euro dotiert und wird feierlich an repräsentativen Orten verliehen.
Stiftungspreis 2025
Die Stiftung „Lebendige Stadt“ ruft Städte, Kommunen und die Kultur auf, sich für den Stiftungspreis 2025 zu bewerben.
Gemeinsam gegen einsam
Stiftungspreis 2025
Städte für Konzepte gegen Einsamkeit ausgezeichnet
• Hamburg, Kreuzau, Stuttgart und Weimar prämiert
• insgesamt 373 Bewerbungen aus ganz Europa
• 30.000 Euro Gesamtpreisgeld
Die vom Hamburger Unternehmer und Mäzen Alexander Otto gegründete Stiftung „Lebendige Stadt“ hat die Gemeinde Kreuzau für das beste Konzept gegen Einsamkeit mit ihrem Stiftungspreis „gemeinsam gegen einsam“ ausgezeichnet. Insgesamt hatten sich 373 Städte aus dem In- und benachbarten Ausland beworben. Anerkennun-gen erhalten die Städte Hamburg, Stuttgart und Weimar. Verbunden ist die Auszeichnung mit einem Preisgeld von 15.000 Euro, jede Anerkennung mit einem Preisgeld von je 5.000 Euro. Preiswürdig waren Konzepte, die die Teilnahme von Menschen an der Gesellschaft fördern und sie aus der Einsamkeit holen.
Rolf Buch, Kuratoriumsvorsitzender Stiftung „Lebendige Stadt“:
„Einsamkeit ist eine der drängendsten sozialen Herausforderungen unserer Zeit – sie betrifft ältere wie junge Menschen gleichermaßen. Umso wichtiger sind verlässliche Netzwerke und Orte der Begegnung, die Gemeinschaft stärken und Isolation vorbeugen. Unsere diesjährigen Preisträger zeigen beispielhaft, wie Generationen zusammenfinden und Einsamkeit wirksam begegnet werden kann. All das wäre ohne das außergewöhnliche Engagement zahlreicher Ehrenamtlicher nicht möglich: Sie sind das Herz dieser Arbeit, bauen Brücken, schaffen Ver-trauen und geben unserer Gesellschaft ein menschliches Gesicht.“
Sieger des Stiftungspreises: Kreuzau
(Preisgeld: 15.000 Euro)
Seit über fünf Jahren bringt das Angebot „JA! – Jung trifft Alt“ junge und alte Menschen zu-sammen. Entstanden ist ein großes Netzwerk: Gespräche über Lebenswelten, gemeinsames Kochen und Backen und generationenverbindende Veranstaltungen. Entstanden sind vertiefte Beziehungen, gewachsene Patenschaften und gegenseitiges Lernen – und das alles auf Au-genhöhe. Junge Menschen, darunter auch solche mit Lernbeeinträchtigungen oder sozialen Benachteiligungen, erfahren Unterstützung, Orientierung und Ermutigung. Ältere Menschen erleben Wertschätzung und soziale Teilhabe. Durch die enge Verbindung mit der Offenen Kinder- und Jugendarbeit, dem Generationenbüro Kreuzau, dem Sozialwerk Dürener Christen sowie weiteren lokalen Akteuren bestehen kurze Wege, Vertrauen und Kontinuität. Das Pro-jekt ist kein zeitlich begrenztes Angebot, sondern ein wichtiger Bestandteil des städtischen Miteinanders in Kreuzau. Ein weiterer Erfolgsfaktor ist die kluge und individuelle Ansprache der Menschen. Persönliche Einladungen, Einzel- und Gruppentreffen, Veranstaltungen, die Taschengeldbörse als niederschwelliger Begegnungsraum sowie eine kontinuierliche Präsenz in lokalen Medien sorgen dafür, dass „JA! – Jung trifft Alt“ sichtbar ist und weiter wächst.
Anerkennung Hamburg
(Preisgeld: 5.000 Euro)
Besonders ältere Menschen sind von Einsamkeit betroffen, sei es durch den Verlust nahe-stehender Menschen, eingeschränkte Mobilität oder Altersarmut. Aber auch immer mehr jun-ge Menschen erleben Einsamkeit, sei es durch die Kontakteinschränkungen während der Pandemiejahre oder durch Scheinkontakte in ihren digitalen Lebenswelten. Hier setzt eine Initiative an, die exemplarisch zeigt, wie Brücken zwischen Generationen gebaut werden kön-nen: KULTURISTENHOCH2. Es ist ein Angebot, das auf Quartiers- und Stadtteilebene wirkt und gezielt dem Verlust von Teilhabe und Ausgrenzung entgegenwirkt. Das Erfolgsrezept besteht darin, durch Kultur Begegnungen zwischen Jung und Alt zu fördern und Vorurteile abzubauen. Die Grundidee ist ebenso einfach wie wirkungsvoll: Seniorinnen und Senioren werden über kostenlose Kartenangebote für kulturelle Veranstaltungen informiert. Junge Freiwillige von kooperierenden Schulen begleiten die Älteren zu diesen Veranstaltungen. Auf diese Weise entsteht ein Begegnungsformat, das direkte und persönliche Verbindung schafft. Doch bevor die Jugendlichen zu Begleitern werden, absolvieren sie ein praxisnahes Training. Die Jugendlichen lernen den Umgang mit Gehhilfen, Rollatoren und Rollstühlen, erhalten fun-diertes Wissen über das Altwerden.
Anerkennung Stuttgart
(Preisgeld: 5.000 Euro)
Mit der „Stuttgarter Strategie gegen Einsamkeit“ hat die Landeshauptstadt einen bundesweit einzigartigen und vorbildlichen Ansatz entwickelt. Es handelt sich nicht um ein einzelnes An-gebot, sondern um ein vielschichtiges, dynamisches Gesamtpaket aus Beratung, Begegnung, Kultur, Sport und Bewegung – bis hin zur Integration des Themas Einsamkeit in Stadtplanung, Statistik und Öffentlichkeitsarbeit. Koordiniert wird dieser Prozess von der städtischen Abtei-lung “Strategische Sozialplanung”, die den Aufbau und die Weiterentwicklung sektorenüber-greifend, partizipativ und nachhaltig gestaltet. Die Strategie hat eine klare Haltung, zusam-mengefasst in drei Leitprinzipien: offen, vielfältig und vernetzt. Offen, weil Stuttgart das schambehaftete Thema Einsamkeit sichtbar macht und enttabuisiert. Vielfältig, weil Einsamkeit jede Alters- und Bevölkerungsgruppe betreffen kann und deshalb passgenaue Angebote braucht. Und vernetzt, weil Verwaltung, freie Träger, Stiftungen und bürgerschaftliche Initiati-ven kontinuierlich zusammenarbeiten und ihre Angebote teilen.
Anerkennung Weimar
(Preisgeld: 5.000 Euro)
Der ehrenamtliche Seniorenbesuchsdienst bringt Menschen aller Generationen zu-sammen und schafft ein verlässliches Netzwerk mit Unterstützenden in der ganzen Stadt. Ehrenamtliche schenken Zeit, Aufmerksamkeit und Nähe: als Zuhörende, Beglei-tende, als jemand, der da ist. Oft sind es kleine Hilfen – ein gemeinsamer Spaziergang, die Begleitung zum Arzt, Bewegungsangebote, ein offenes Ohr –, die großes bewirken: Zuversicht, Teilhabe und Lebensfreude. „Weimars Gute Nachbarn“ steht für Nachhal-tigkeit. Viele Begegnungen entwickeln sich zu echten, langfristigen Freundschaften. Ein besonderes Teilprojekt sind die ehrenamtlichen Mediencoaches, sie helfen dort, wo an-dere, verlässliche Netzwerke fehlen: beim alltäglichen Umgang mit digitalen Medien. In einer Zeit, in der die Welt sich immer mehr auf Online-Dienste und Suchmaschinen ver-lässt, Behörden, Ärzte und Reisen nur noch digitale möglich sind, bleiben alte Menschen oftmals außen vor. Die Ehrenamtlichen helfen mit Rat und Tat, Zeit und auf Augenhöhe, in Veranstaltungen und zuhause. Die stetig wachsende Zahl an Anfragen zeigt deutlich: Dieses Projekt ist eine großartige Errungenschaft. Es ergänzt bestehende Hilfsstruktu-ren, arbeitet eng mit anderen Akteuren zusammen und springt genau dort ein, wo Hilfe sonst fehlt oder nicht bezahlbar ist.
Die Preisjury
Dipl.-Ing. Kaspar Kraemer
Kaspar Kraemer Architekten BDA
Reiner Behrens
Geschäftsführer Verein „Freunde alter Menschen“
Michael Cyriax
Landrat des Main-Taunus-Kreises
Markus Greitemann
Beigeordneter Dezernat Planen und Bauen, Köln
Anja Hajduk
Staatssekretärin Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz a.D.
Paloma Miersch
Leiterin der Projektgruppe Einsamkeit, Abteilung Generationengerechtigkeit, Jugend, Ältere Men-schen, Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Dr. Hans Reichhart
Landrat Günzburg
Kathrin Sonnenholzner
Vorsitzende des Präsidiums AWO Bundesverband e.V.